Kunststoff und Innovation

Auf dem Weg zur Abfallfreiheit oder warum Biokunststoffe in der Verpackungsindustrie eingesetzt werden

Rund 40 % der weltweit produzierten Kunststoffe werden zu Verpackungen verarbeitet.  Diese haben eine durchschnittliche Lebenszeit von gerade einmal einem halben Jahr. Zum Vergleich: Die Lebenserwartung von Kunststoffprodukten in der Textilindustrie liegt bei 5 Jahren, in der Bauindustrie bei 35 Jahren. Die Folgen des kurzen Lebenszyklus‘ von Verpackungen zeigen sich beim Blick auf die Abfallzahlen: Weit mehr als die Hälfte des Mülls, der in Europa generiert wird, stammt von Verpackungen.

 

 

Bild: selbst erstellt

Um diesem Trend entgegenzuwirken ist der erste und wichtigste Schritt, auf Verpackungen zu verzichten. Jeder von uns sollte darauf achten, Verpackungen so gut es geht zu vermeiden oder sie so oft wie möglich wiederzuverwenden, um den Lebenszyklus zu verlängern.

Komplett darauf zu verzichten ist in der heutigen Zeit nahezu undenkbar. Aus diesem Grund wird ständig nach alternativen Materialien gesucht. Papier, Glas oder Biokunststoffe sind nur einige Beispiele dafür. Wie in bisherigen Blogeinträgen bereits beschrieben, ist eine Substitution durch Papier oder Glas sehr umstritten. Gründe sind das höhere Gewicht oder der höhere Preis, aber auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Auch Biokunststoffe stehen oft in der Kritik, allerdings bringen sie gerade für flexible Verpackungen einige Vorteile mit sich. Zum einen können bestehende Maschinen weiterverwendet werden, zum anderen bleiben die allgemeinen Vorteile von Kunststoffen erhalten, denn die Anforderungen der tendenziell weniger technischen, flexiblen Verpackungen können von Biokunststoffen in den meisten Fällen problemlos erfüllt werden. Außerdem ermöglichen neue Entwicklungen die Herstellung von Lebensmittelverpackungen, die Lebensmittel länger frisch halten. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit der Kompostierung biologisch abbaubarer Materialien. Auch wenn die kommerzielle Nutzung der Kompostierung heute noch nicht ausreichend möglich ist, ist diese Entwicklung dennoch vielversprechend.

 

Quellen: Nova Institute, European Bioplastics.

 

 

Sofie Mangertseder

Circularity Associate


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