Kunststoff und Innovation

Biokunststoffe gewinnen zunehmend an Ansehen.
Die ökologischen Folgen der von auf fossilen Brennstoffen basierten Plastikproduktion sind aufgrund der verbreiteten Verwendung von Kunststoff enorm kritisiert worden, weshalb man eine nachhaltigere Position in puncto Produktentwicklung einnehmen musste. Da bloß 9% aller Kunststoffe recycled werden und der Bann auf Einwegplastik in einigen Ländern bereits existiert, versuchen so manche Unternehmen – seien dies KMUs oder Großbetriebe – dies zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Biokunststoffe sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, der Plastik darstellt, machen sie doch bis dato insgesamt nur ein Prozent der Gesamtmenge an Kunststoff aus, welche von fossilbasiertem zu pflanzenbasiertem Biokunststoff reichen. Zwar sind die meisten von ihnen noch in ihrer Anfangsphase, doch die Branche vermerkt einen rasanten Aufschwung.
An dieser Stelle wäre es vielleicht wichtig zu erwähnen, dass nicht alle Biokunststoffe gleich „bio“ sind. Der Begriff Biokunststoff umfasst eine Variation an Kunststoffen, unter anderem die zuvor genannten pflanzenbasierten und fossilbasierten Kunststoffe.
Dies beinhaltet biologisch abbaubare und biologisch kompostierbaren Biokunststoffe, bei welchen zwischen fünf Typen unterschieden wird, basierend auf ihrer Herkunft und Abbaubarkeit. Was allerdings für Verwirrung sorgen könnte ist die Tatsache, dass sie schon ab 25% pflanzenbasiert sein können, fast 80% aller Biokunststoffe wurden jedoch nicht dafür entwickelt, überhaupt abbaubar zu sein.

Die eigentliche Frage ist – was ist dran an diesen Kunststoffen? Sind sie tatsächlich eine Lösung oder nur das nächste „grüne Produkt“ für Green Marketing Kampagnen?
Obwohl einige Fragen bezüglich der Realisierbarkeit auftauchen, sind die Versprechen, die sie vorgeben zu halten, beeindruckend. Vor allem in Hinsicht auf die Verringerung des CO2-Fußabdrucks, dem Potential, die Ölabhängigkeit zu minimieren, technische Charakteristiken in Nischenmärkten zu verbessern und einer großen Auswahl in Betracht auf das Ende des Produktlebenszyklus. Diese Lösungen sind alle verbunden mit der Kreislaufwirtschaft, deren Hauptidee es ist, Kunststoff „von der Erde zu nehmen“ und dieser in Form von Recycling oder Kompostiertem wieder „zurückzugeben“.

Die Firmen von heute haben genug Möglichkeiten, nachhaltige Lösungen für ihre Produktion zu finden, um sich de facto von der Masse abzuheben. Der letzte Konzern, welcher sich dem „100% wiederverwendbare, recycelbare oder kompostierbare Verpackung bis 2025“-Club neben Coca-Cola, P&G, Unliver und IKEA angeschlossen hat, war Lego.
Viele Unternehmen ziehen bereits nach, mit der Europäischen Union als Vorreiter.
Der eigentlich „Boom“ in Biokunststoffen liegt also in der Verpackung, mit einem Anteil von fast 50% der gesamten Produktion, gefolgt von Textilien und unter anderem dem medizinischen Bereich.
Sollten wir der Anwendung in anderen Bereichen gegenüber skeptisch sein? Vermutlich nicht. Untersuchungen zufolge kann Biokunststoff bis zu 50% der gesamten Kunststoffbranche ersetzen, indem es sich von einem Nischenmarkt zum Massenmarkt etabliert. Wenn man hier den Anstieg an umweltbewussten Millennials und Gen-Zs in Betracht zieht, steht einer strahlenden Zukunft der Biokunststoffe nichts mehr im Weg.


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