Mensch und Umwelt

rPET: Können Unternehmen ihren Recyclingversprechen gerecht werden?

Aufgrund künftiger Vorschriften über den Mindestanteil an recyceltem Material in Kunststoffen haben Verpackungsverarbeiter begonnen nach Möglichkeiten zu suchen, diese in ihre Produkte zu integrieren. Hinzu kommt der Druck der Öffentlichkeit, die im Sinne der Nachhaltigkeit recycelte und wiederverwertbare Produkte wünscht.

Unabhängig davon, ob Sie bereits mit der Verarbeitung von recycelten Kunststoffen befasst sind oder diese in Zukunft in Ihre Produktion einbeziehen wollen: Sie wissen, dass der Prozess herausfordernd ist. Neben technischen Erwägungen ist die Verknappung von recyceltem Material einer der besorgniserregendsten Aspekte, welche die Preise in die Höhe zu treiben droht und Panikkäufe auslösen könnte.

Nach Einschätzung von S&P Global Platt wurde in Europa am 3. November mit 1.500 Euro/mt bereits der höchste Preis für PET-Neuware der letzten 10 Jahre erzielt, während die Preise für rPET mit 30 Euro/mt Differenz nur knapp darunter lagen. Die knappe Verfügbarkeit hindert die Hersteller daran, ihre Kapazitäten voll auszulasten, da die Nachfrage nach PET-Harz das Angebot weiterhin übersteigt.

Die Unternehmen könnten von ihren Zusagen in Bezug auf ihre Ziele für den Recyclinganteil abrücken. Obwohl dies nicht neu ist (z. B. verpflichtete sich Coca-Cola in den 90er Jahren, seine Flaschen zu 25 % aus recyceltem Kunststoff herzustellen, was 30 Jahre lang nicht geschah), liegt das Problem jetzt eher in der mangelnden Verfügbarkeit aufgrund der Verpflichtungen der verschiedenen Akteure als im Fehlen von regulatorischem Druck (wie in unserem Beispiel). Laut der von S&P Global Platt durchgeführten Untersuchung erwähnt ein Verarbeiter, dass es nicht genug PCR gibt. Um 100 % zu erreichen, muss man 130 % vom Markt zurückholen”.

Die Aussage, dass wir das Problem der Kunststoffabfälle nicht durch Recycling lösen können, greift ein wichtiges Thema auf. Wir wissen aber, dass Recycling ein entscheidender Bestandteil des Systems und absolut notwendig ist, um eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Leider führt das Wunschdenken zu unrealistischen Zielen und wir fragen uns, warum sich die Entscheidungsträger nur auf einen kleinen Teil des Kunststoffspektrums konzentrieren.

 

 

Estefania López

Technical Support Manager

 


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