Rahmen und Wirtschaft

Rohstoffmärkte „to the moon“!

„To the moon“: dieser Slogan ist in diesen Tagen in aller Munde! Elon Musk twittert über Bitcoin, China kauft jedes Kilo Kupfer auf den Weltmärkten obwohl der Preis eine Steigerung von über 100% seit den Corona-Tiefs hinter sich hat, Rohöl befindet sich in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend, Lebensmittelpreise eilen von Hoch zu Hoch, andere Metalle erklimmen fast wöchentlich neue Höchststände etc…

 

5 – Jahresentwicklung Ölpreis BRENT

Sind dies Anzeichen einer galoppierenden Inflation?

Wenn man unser Segment der Polymere betrachtet könnte man es annehmen. Auch hier belaufen sich die Preissteigerungen auf 100% und mehr seit den Tiefstständen in 2020. Speziell im ersten Quartal 2021 waren die Erhöhungen der Preise exponentiell. Standard-Thermoplaste wie Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol oder PVC sowie deren Vorprodukte sind zwischen Euro 300 und Euro 600 pro Tonne gestiegen.

Diese extreme Entwicklung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Wir sind in Europa mit folgenden Einschränkungen konfrontiert:

  • 13 Force Majeure Meldungen diverser Produzenten
  • 11 Anlagenstörungen
  • 22 Drosselungen in den Produktionen
  • 24 Wartungsstilständen

 

Deja Vu 2015?

Laut Kunststoff Information (KI) sind die verarbeitenden Betriebe mit Verfügbarkeiten in einzelnen Fällen von nur 50% konfrontiert. Diese Engpässe sind natürlich verbunden mit enormen Preissteigerungen, welche das Jahr 2015 sogar übertreffen. Dies können wir von Plastrans nur bestätigen. Es geht in einzelnen Fällen sogar nur darum, keine Stillstände in den verarbeitenden Betrieben zu erzwingen.

Die Branchenverbände in der Kunststoffverarbeitenden Industrie schlagen somit Alarm und befürchten, dass dieses Szenario noch bis weit in die zweite Jahreshälfte 2021 reichen wird.

Unsere Kunden berichten, dass es aktuell in erster Linie natürlich um die Preise und Verfügbarkeiten geht, allerdings wartet ein ganz anderes Dilemma: die zeitnahe Weitergabe der Preiserhöhungen an deren Kunden! Dies wird in den nächsten Monaten die größte Herausforderung und teilweise auch nicht umsetzbar sein.

Die Lage bleibt angespannt und wir dürfen uns auf herausfordernde Zeiten einstellen!

Herzlichst ihr

Mario Loidl
Managing Director


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